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        Data Driven Factory: Schnell und effektiv auf Veränderungen reagieren

        3 Fragen an Hendrik Nieweg, Device Insight


        Gastautor
        22. Januar 2025
        Technology
        Lesezeit: 3 Min.

        Von Alexandra Luchtai

        1. Worum geht es bei der Data-Driven Factory? Ist es ein neues Buzzword, ein Technologieansatz oder eine Zukunftsvision?

        Hendrik Nieweg: Die Data-Driven Factory ist mehr als nur ein Modewort. Der Begriff bezeichnet einen praxisorientierten Ansatz, der modernste Technologien und Methoden bündelt, um Unternehmen dazu zu befähigen, flexibel auf sich verändernde Marktbedingungen und -anforderungen reagieren zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Ziel dabei ist, das enorme Datenpotenzial der Unternehmen vollumfänglich zu nutzen. Angesichts der sinkenden Planungssicherheit ist eine neue Agilität für produzierende Betriebe unverzichtbar.

        Unternehmen sehen sich heute mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Neu daran ist, dass die Anforderungen gleichzeitig und unmittelbar bewältigt werden müssen: Globale und geopolitische Unsicherheiten, schwankende Energiesicherheit und -kosten, besonders in Europa, neue Regularien wie das Lieferkettengesetz etc. Die dabei zunehmende Komplexität erfordert ein völlig neues Maß an Agilität und Anpassungsfähigkeit. In diesem volatilen Umfeld reichen manuelle Ad-hoc-Anpassungen nicht mehr aus.


        Hendrik Nieweg, Mitglied der Geschäftsführung, EVP Solutions, Device Insight © Device Insight
        Vor diesem Hintergrund basiert das Konzept einer Data-Driven Factory auf der durchgängigen Verkettung von Daten, die vom Marktbedarf über die Produktionsprozesse bis hin zu Lieferketten und Energiebeschaffung reicht. Diese ganzheitliche Datenintegration ermöglicht es Unternehmen, schnell und effektiv auf Veränderungen zu reagieren. Die Data-Driven Factory ist daher keine Zukunftsvision, sondern ein entscheidender Bestandteil einer neuen datengestützten Arbeitsweise in der Planung und Steuerung, im Betrieb und in der Weiterentwicklung von Unternehmensprozessen.

        2. Inwiefern profitieren Unternehmen vom ganzheitlichen Ansatz der Data-Driven Factory?

        Hendrik Nieweg: Unternehmen profitieren enorm von der übergreifenden Perspektive der Data-Driven Factory, die sich in mehreren wesentlichen Aspekten von herkömmlichen Produktionsansätzen unterscheidet. Im Gegensatz zu traditionellen Methoden steht bei der Data-Driven Factory die Integration sämtlicher Datenquellen und Systeme im Mittelpunkt. Mit einer zentralen Datenplattform, die kontinuierlich Daten aus der gesamten Produktion verarbeitet, lässt sich der Betrieb in Echtzeit überwachen, Probleme frühzeitig erkennen und die Effizienz datengestützt steigern. Zu den spezifischen Effizienzsteigerungen zählen unter anderem:
        • OEE-Optimierung inkl. gezielter Maßnahmen zur Steigerung von Verfügbarkeit, Leistung und Qualität
        • Verbesserte Produktionsplanung mithilfe einer datenbasierten Vorhersage von Nachfrage und Kapazitätsbedarf
        • Steigerung der Produktivität und Optimierung von Arbeitsabläufen basierend auf Echtzeitdaten
        • Echtzeit-Qualitätsüberwachung und frühzeitige Fehlererkennung zur Qualitätsverbesserung
        • Identifikation von Einsparpotentialen und Optimierung der Energienutzung
         

        Ein entscheidender Vorteil einer Data-Driven Factory besteht darin, Optimierungen direkt im laufenden Betrieb zu testen und zu implementieren, was besonders für bestehende („Brownfield“) Anlagen hilfreich ist. Hinzu kommt, dass durch eine einheitliche Datenablage Datensilos aufgebrochen und Daten domänenübergreifend genutzt werden können. So können verschiedene Abteilungen – etwa Fertigung, Einkauf, aber auch Vertrieb und Marketing – gemeinsam an relevanten Anwendungsszenarien arbeiten und zusätzlichen Mehrwert und eine 360-Grad-Transparenz schaffen.

        Aus meiner Sicht stellt die Data-Driven Factory einen fundamentalen Wandel in der Produktionsphilosophie dar. Sie verzahnt die Potenziale der Digitalisierung und Datenanalyse, um eine agile, kundenorientierte und hocheffiziente Produktion zu ermöglichen. Und sie zielt darauf ab, Prozessverbesserungen zu automatisieren und die Fähigkeit eines Unternehmens zum raschen Strategiewechsel datenbasiert zu unterstützen. 


        3. Gibt es ein konkretes Praxisbeispiel, das die Vorteile der Data-Driven Factory verdeutlicht?

        Hendrik Nieweg: Ein aktuelles Beispiel ist der Mineralwasser-Hersteller Gerolsteiner, für den Device Insight gemeinsam mit NTT Data Solutions eine Data Intelligence-Plattform realisiert hat. Das Ziel des Projekts bestand darin, einen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Systemen, Maschinen und Anlagen von Gerolsteiner zu ermöglichen und die Produktion digitaler, effizienter und flexibler aufzustellen. Damit möchte der Getränkehersteller Echtzeit-Transparenz über die gesamte Produktion hinweg schaffen, mit einem klaren Fokus auf mehr Flexibilität und vorausschauende Planung.

        Für die technologische Umsetzung der neuen Data Intelligence kommen bei Gerolsteiner unterschiedlichste Technologien zum Tragen, darunter Microsoft Azure, SAP Datasphere & SAP Analytics Cloud, Databricks sowie das IoT-Framework CENTERSIGHT scale von Device Insight. Die Systeme werden dabei so eingesetzt, dass sie ihre Stärken ausspielen können und die Lösung dennoch kosteneffizient betrieben wird. Die Datenplattform ermöglicht Gerolsteiner eine 360-Grad-Datensicht auf das gesamte Unternehmen – ganz im Sinne der Data-Driven Factory.


        Whitepaper Data-Driven Factory

        Willkommen in der Zukunft der Fertigung. Das Whitepaper beleuchtet die Vorteile datenbasierter Anwendungen für Fertigungsunternehmen und erläutert die technologischen Grundlagen, die auf dem Weg zur datengesteuerten Fabrik erforderlich sind.

        Über die Autorin

        Alexandra Luchtai schreibt regelmäßig über Technologie-Innovationen, neueste Projekte und Markt-Insights rund um IoT, IIoT und jede Art von Smart Products, die von IoT-Spezialist und KUKA-Tochter Device Insight vernetzt werden. 

        Hier schreibt:
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